Erfahre, welche positiven Effekte der Rehasport bei orthopädischen Erkrankungen bewirken kann.
Erfahre, welche positiven Effekte der Rehasport bei orthopädischen Erkrankungen bewirken kann.

Orthopädische Erkrankungen sind Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparats. Dazu gehören die Wirbelsäule, die Gelenke sowie die dazugehörigen Strukturen wie Bänder und Bandscheiben. Immer mehr Menschen sind von solchen Erkrankungen betroffen. Die Gründe dafür sind vor allem in der veränderten Arbeitswelt und den Alltagsgewohnheiten zu finden. Wir sitzen immer häufiger stundenlang im Büro und bewegen uns immer seltener.
Orthopädischer Rehasport hilft Betroffenen, muskulären Dysbalancen und Verspannungen, die durch Fehlbelastungen oder Fehlhaltungen verursacht wurden, entgegenzuwirken. Er verbessert die Beweglichkeit, stärkt die Muskulatur und entlastet dadurch den Bewegungs- und Stützapparat.
Diese Erkrankungen/Behinderungen gehören z.B. dazu:
Gelenkschäden / Gelenkersatz
Wirbelsäulenerkrankungen / Haltungsschäden
Schultererkrankungen
Osteoporose
Morbus Bechterew
Amputationen
Dysmelien
Pro Jahr werden rund 400.000 Menschen mit Endoprothesen versorgt, in den allermeisten Fällen mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk. Die häufigste Ursache für einen Gelenkersatz ist Arthrose, eine Erkrankung, bei der der Gelenkknorpel irreparabel geschädigt wird und sich abnutzt. Neben Arthrose können auch Überlastungen, Fehlstellungen und Entzündungen zur Abnutzung der Gelenke führen. In seltenen Fällen können auch Knochenbrüche im Bereich des Gelenks eine Implantation notwendig machen.
Nach der Operation ist das neue Gelenk noch relativ ungeschützt. Die umgebende Muskulatur muss erst wieder aufgebaut und gestärkt werden, um dem Gelenk die notwendige Stabilität zu geben und es gegen „falsche Bewegungen“ zu schützen. Dies geschieht in der Regel im Rahmen der anschließenden stationären oder ambulanten Rehabilitation. Aber auch danach ist es wichtig, körperlich aktiv zu bleiben. Im Rehasport können die positiven Effekte der ambulanten oder stationären Rehabilitation gefestigt werden. Beim Rehasport wird beispielsweise gezielt die hüft- bzw. knieumgebende Muskulatur gestärkt, die Beweglichkeit verbessert, das Gleichgewicht trainiert und die Haltung sowie das Gangbild optimiert.
Der Begriff „Wirbelsäulenerkrankungen” umfasst verschiedene Erkrankungen und Beschwerden der Wirbelsäule, die Knochen, Bandscheiben, Gelenke, Muskeln oder Nerven betreffen können. Sie können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens durch Fehlhaltungen, Verschleiß, Verletzungen oder Überlastung entwickeln. Häufige Symptome sind Rücken- und Nackenschmerzen, Bewegungseinschränkungen, Verspannungen oder ausstrahlende Schmerzen in Arme und Beine. Zu den bekannten Wirbelsäulenerkrankungen zählen beispielsweise Bandscheibenvorfälle, Skoliose oder Arthrose der Wirbelgelenke. Die Auswirkungen auf den Alltag können sehr unterschiedlich sein und reichen von leichten Beschwerden bis hin zu starken Einschränkungen der Beweglichkeit und Belastbarkeit.
Regelmäßige Bewegung kann einen wichtigen Beitrag zur Behandlung und Vorbeugung von Wirbelsäulenerkrankungen leisten. Durch gezielte körperliche Aktivität wird die Rücken- und Bauchmuskulatur gestärkt, wodurch die Wirbelsäule stabilisiert und entlastet wird. Gleichzeitig verbessert Bewegung die Beweglichkeit der Gelenke und hilft dabei, Verspannungen und Fehlhaltungen zu reduzieren. Viele Betroffene empfinden regelmäßiges Training zudem als hilfreich, um Schmerzen zu lindern und ihre allgemeine Belastbarkeit im Alltag zu steigern. Besonders geeignet sind Sportarten, die die Wirbelsäule schonend beanspruchen, wie beispielsweise Angebote im Wasser, funktionelle Gymnastik, Walking oder Tanzen. Auch Inhalte der Rückenschule können im Rehasport vermittelt werden. Wichtig ist, die Übungen an die jeweilige Erkrankung und den individuellen Gesundheitszustand anzupassen, um Überlastungen zu vermeiden.
Neben dem Gelenkersatz und den Wirbelsäulenerkrankungen sind Schulterprobleme die dritthäufigste Beschwerde im orthopädischen Bereich. Häufige Schultererkrankungen sind beispielsweise das Impingement-Syndrom, die Kalkschulter, Verletzungen des Schultereckgelenks und der Rotatorenmanschette.
Schulterbeschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Häufig entstehen sie durch Überlastung und Überanstrengung, beispielsweise durch intensive sportliche Aktivitäten oder monotone, sich wiederholende Bewegungen. Mit zunehmendem Alter spielt zudem der Gelenkverschleiß (Omarthrose) eine Rolle, der ebenfalls zu Schmerzen führen kann. Auch chronische Fehlhaltungen, wie sie besonders bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten auftreten, begünstigen die Entstehung von Beschwerden. Darüber hinaus zählen akute Verletzungen und Stürze zu den häufigen Auslösern von Schulterschmerzen.
Da auch nach einer Anschlussrehabilitation die volle Funktionsfähigkeit der Schulter oft noch nicht wiederhergestellt ist, bietet Rehasport die Möglichkeit, verlorene Beweglichkeit zurückzugewinnen und die gelenkumgebende Muskulatur wieder aufzubauen. Dies ist entscheidend, um die Schulter für alltägliche Aktivitäten zu mobilisieren, ihre Belastbarkeit zu steigern und somit die Ausführung aller Aktivitäten des täglichen Lebens wieder zu ermöglichen. Rehasport hilft zudem dabei, Folgeerkrankungen vorzubeugen und die langfristige Schultergesundheit zu sichern.
Morbus Bechterew ist eine Form von entzündlichem Rheuma, das die Wirbelsäule befällt. Oft fängt die Krankheit mit Beschwerden im Bereich der Iliosakralgelenke (Kreuz-Darmbein-Gelenken) an, die die Beckenknochen mit der unteren Wirbelsäule verbinden. Betroffene spüren immer wieder Schmerzen im unteren Rücken und im Gesäß, besonders bei längerem Sitzen. In der Regel sind die Schmerzen bei Ruhe am schlimmsten (vor allem nachts) und bessern sich bei Bewegung. Oft berichten Betroffene auch über eine morgendliche Steifigkeit der Gelenke, die sich durch Bewegung bessert. Im Krankheitsverlauf können sich die Entzündungen und Beschwerden auf die ganze Wirbelsäule ausweiten. Unbehandelt kommt es zur Verknöcherung der kleinen Wirbelsäulengelenke und Bänder und die Wirbelsäule büßt an Beweglichkeit ein. Im Extremfall versteift sie vollständig.
Morbus Bechterew gilt als nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, aktiv etwas gegen das Fortschreiten der chronischen Erkrankung zu tun. Neben einer medikamentösen Therapie hilft Sport und Bewegung die Wirbelsäule beweglich zu halten und Versteifungen entgegenzuwirken. Bechterew-Betroffene profitieren von speziellen Gymnastikübungen. Darüber hinaus ist ein Training der Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Koordination zu empfehlen. Auch sanfte Bewegungsformen wie Yoga, Tai Chi oder Qi Gong sind geeignet. Elemente dieser Bewegungsformen werden häufig auch im Rehasport eingesetzt.
Orthopädischer Rehasport hilft Betroffenen insbesondere darin, muskulären Dysbalancen und Verspannungen aufgrund von Fehlbelastungen oder Fehlhaltungen entgegenzuwirken, die Beweglichkeit zu verbessern, die Muskulatur zu stärken und dadurch den Bewegungs- und Stützapparat zu entlasten.
Osteoporose (Knochenschwund) ist eine chronische Erkrankung, bei der die Knochen porös werden und leicht brechen. Die Erkrankung ist weit verbreitet. So leben in Deutschland mehr als sechs Millionen Menschen mit der Diagnose – der Großteil von ihnen ist weiblich. Trotz der weiten Verbreitung wissen viele Betroffene nichts von ihrer Erkrankung. Denn Osteoporose verläuft zunächst ohne Beschwerden und bleibt deshalb lange unbemerkt.
Menschen mit Osteoporose neigen in vielen Fällen dazu, die Bewegung im Alltag Stück für Stück zu reduzieren – aus Angst vor Stürzen oder Brüchen. Diese Einstellung ist zwar mehr als verständlich, doch kann sie auf Dauer negative Auswirkungen haben und sogar zu einer Verschlechterung der Symptomatik beitragen. Sport und Bewegung helfen dabei, die Knochen zu stärken und so einem Fortschreiten der chronischen Erkrankung entgegenzuwirken. Denn Knochen ist ein Gewebe, das auf äußere Einflüsse reagieren kann. Werden über die Muskulatur Zug und Druck auf ihn ausgeübt, wird der Um- und Aufbau von Knochensubstanz angeregt und er wird so stabiler. Darüber hinaus kann durch ein gezieltes Gleichgewichts- und Koordinationstraining das Risiko für Stürze verringert werden und somit das Risiko für Knochenbrüche gesenkt werden.
