Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die definiert ist als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Adipöse Menschen nehmen mehr Energie (= Kalorien) zu sich, als der Körper verbraucht – die überschüssige Energie wird in Form von Fett im Körper gespeichert. In den meisten Fällen entsteht die Adipositas durch eine ungünstige Ernährung in Verbindung mit mangelnder Bewegung. Aber z.B. auch genetische Ursachen, Hormonstörungen oder depressive Erkrankungen können eine Adipositas begünstigen.
Immer häufiger tritt eine Adipositas bereits im Kindes- und Jugendalter auf. So sind laut Studien zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) 15,4 % der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht betroffen, 5,9 % haben eine Adipositas. Dies kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Denn das hohe Gewicht der adipösen Kinder belastet Knochen und Gelenke, verändert den Stoffwechsel sowie den Hormonhaushalt. Infolgedessen besteht ein hohes Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Gicht, Fettleber, Rücken- und Gelenkerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch psychische und seelische Folgen sind möglich, denn übergewichtige Kinder sind häufig Ablehnung und Hänseleien ausgesetzt. Das beeinträchtigt das Selbstwertgefühl und kann Depressionen begünstigen.
Die Behandlung von Adipositas erfordert oft einen umfassenden Ansatz, der Bewegung, Ernährung und Verhalten kombiniert. Sport und regelmäßige Bewegung spielen bei der Behandlung von Adipositas eine entscheidende Rolle. Durch ein kindgerechtes Ausdauertraining (z.B. in Form von kleinen Bewegungsspielen) wird der Stoffwechsel angeregt und das Herz-Kreislauf-System gefördert. So kann u.a. das Risiko von Herzerkrankungen reduziert werden. Darüber hinaus wird Muskelmasse aufgebaut, die wiederum zur Unterstützung einer langfristigen Gewichtskontrolle sehr hilfreich sind. Denn Muskeln verbrennen mehr Kalorien als Fettpolster – sogar, wen man in Ruhe auf dem Sofa sitzt. Ebenso wirkt sich Sport positiv auf die psychische Gesundheit aus, wirkt stimmungsaufhellend und kann Stress, Angstzustände und Depressionen reduzieren. Er stärkt das Selbstbewusstsein und verbessert das allgemeine Wohlbefinden.
Kinder mit Adipositas haben häufig eher schlechte Erfahrungen im Sport (z.B. Schulsport) gemacht. Ziel des Rehasports ist es daher auch, ganz losgelöst von Leistungsgedanken, wieder Spaß und Freude an Bewegung zu vermitteln.